Das Bausparen ist eine recht komplexe Materie, in die sich ein unerfahrener Laie nur schwerlich hinein versetzen kann. Das ist auch einer der Gründe, warum es beim Abschluss eines Bausparvertrages sehr häufig zu Fehlern kommt, die finanzielle Einbußen mit sich bringen können. Die häufigsten Fehler beim Bausparen und wie man diese vermeiden kann, sollen deshalb hier kurz vorgestellt werden.
Der falsche Tarif
Die Wahl eines falschen Tarifs gehört zu den größten und schwerwiegendsten Fehlern beim Bausparen. Wer also einen Bausparvertrag abschließt, sollte sich zunächst die Frage stellen, wofür er diesen benötigt. Welche Ziele werden damit verfolgt? So können mit einem Schnelltarif beispielsweise ein zügiges Ansparen des Guthabens, sowie eine zeitnahe Zuteilung des Bauspardarlehens erfolgen. Auch Langzeit- und Standardtarife sind möglich. Durch die Wahl des richtigen Bauspartarifs lassen sich die monatlichen Raten an die eigenen Bedürfnisse anpassen, aber genauso ein besonders zinsgünstiges Darlehen sichern.
Wer noch nicht weiß, ob er ein Bauspardarlehen benötigt, sollte sich dagegen für einen Optionstarif entscheiden. Hier winken höhere Guthabenzinsen, oft sogar Zinsboni, wenn auf das Darlehen verzichtet wird. Und schließlich gibt es noch die Renditetarife, die sich ideal zum Sparen eignen und attraktive Zinsen versprechen.
Die falsche Bausparsumme
Auch die Wahl der Bausparsumme kann fatale Folgen haben. Wird diese nämlich zu hoch gewählt, dann kostet das bares Geld. Die Abschlussgebühr des Bausparvertrages errechnet sich prozentual von der Bausparsumme. Je höher diese also gewählt wird, desto höher fällt die Abschlussgebühr aus. Darüber hinaus dauert es sehr lange, bis das nötige Mindestkapital angespart ist und so kann gleichermaßen das Bauspardarlehen erst sehr spät ausgezahlt werden.
Die richtigen Raten
Auch die Raten sind ein wichtiger Faktor, um Fehler beim Bausparen zu vermeiden. Wer eine hohe Bausparsumme vereinbart, dabei aber nur geringe Raten zahlt, der wird sehr lange brauchen, bis er ans Ziel kommt.
Die Raten spielen aber genauso beim Bauspardarlehen eine entscheidende Rolle. Bauspardarlehen müssen in der Regel sehr viel schneller zurückgezahlt werden, als es bei klassischen Bankkrediten der Fall ist. Von daher sollten sich Verbraucher vor dem Abschluss des Bausparvertrags ausrechnen lassen, wie hoch die monatliche Belastung bei der Rückzahlung des Darlehens ist. Nur so können sie feststellen, ob sie sich den Bausparvertrag überhaupt leisten können.
Auszahlung und Zuteilung
Die Zuteilungsvoraussetzungen müssen erreicht werden, bevor ein Bausparvertrag ausgezahlt werden kann. Soweit ist das noch allgemein bekannt. Dass zwischen dem Erreichen der Zuteilungsvoraussetzungen und der tatsächlichen Auszahlung des Bausparvertrages aber bis zu neun Monate liegen können, wissen die wenigsten Verbraucher. Deshalb ist es gerade dann, wenn das Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt wird, wichtig, ein paar Dinge zu beachten.
Tarife, bei denen die Zuteilungsvoraussetzungen monatlich bewertet werden und eine taggenaue Verzinsung erfolgt, lassen darauf hoffen, dass die Auszahlung zügig vonstatten geht. Sie kann dann oft schon drei Monate nach Erreichen des Sparziels stattfinden.
Vorfinanzierung über die Bausparkasse
Wenn die Auszahlung erst später erfolgen soll, das Geld aber schon aktuell benötigt wird, bieten viele Bausparkassen eine Vor- bzw. Zwischenfinanzierung an. Das Problem: Finanziert wird die gesamte Bausparsumme, also auch das Bausparguthaben, welches bereits vorhanden ist. Für diese Summe müssen dann gleichfalls entsprechend Zinsen gezahlt werden, die regelmäßig höher als beim eigentlichen Bauspardarlehen liegen.